Ölpreise steigen auf Juli-2024-Hoch, Börsen unter Druck

10.03.2026


Die europäischen Börsen haben am Freitag anfängliche Gewinne nicht halten können und sind ins Minus gedreht. Die anhaltende Unsicherheit im Nahen Osten, insbesondere der Konflikt im Persischen Golf, belastet die Märkte und führt zu einer vorsichtigen Haltung der Anleger. Trotz positiver Meldungen vom Pentagon deuten die Entwicklungen auf eine komplexe geopolitische Lage hin, die die Wirtschaftsaussichten trübt.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor am Mittag 0,26 Prozent auf 5.769,23 Punkte. Außerhalb der Eurozone zeigte sich der britische FTSE 100 dank der Gewinne im Ölsektor kaum verändert, während der Schweizer SMI um 0,8 Prozent auf 13.191,43 Punkte nachgab. Die Märkte reagieren damit auf die gestiegenen Risiken durch den anhaltenden Konflikt, der die globale Wirtschaft bedrohen könnte.

An der Spitze der Einzelsektoren standen die Ölwerte, da der Iran-Konflikt und die Sorge vor einer möglichen Sperrung der Straße von Hormus den Ölpreis in die Höhe getrieben haben. Der Preis für Rohöl der Sorte Brent stieg am Freitag auf 87,66 Dollar und erreichte damit den höchsten Stand seit Juli 2024. Seit Beginn der jüngsten Angriffe im Nahen Osten hat sich der Brent-Preis um mehr als 20 Prozent verteuert, was die Abhängigkeit der Märkte von geopolitischen Stabilitätsfaktoren unterstreicht.

Während die Ölwerte profitierten, gerieten Pharmatitel unter Druck. Die Aktien von Roche fielen um 2,3 Prozent, nachdem der Konzern und Partner Zealand Pharma enttäuschende Daten aus einer Phase-II-Studie mit dem Prüfwirkstoff Petrelintide zur Behandlung von Übergewicht gemeldet hatten. Die Landesbank Baden-Württemberg kommentierte, dass trotz militärischer Erfolgsmeldungen kein schnelles Ende des Konflikts zu erwarten sei, was die wirtschaftlichen Risiken weiter erhöht. Zudem trug die Erwartung des US-Arbeitsmarktberichts am Nachmittag zur Zurückhaltung der Anleger bei.

Nach enttäuschendem Wachstum stärkt Henkel Profitabilität und Dividende

14.03.2026


Henkel hat ein weiteres Jahr in einem schwierigen konjunkturellen und geopolitischen Umfeld mit robusten, aber beim Wachstum eher verhaltenen Zahlen abgeschlossen. Der Konzern erzielte einen Umsatz von rund 20,5 Milliarden Euro, belastet durch deutlich negative Wechselkurseffekte. Organisch – also bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte – legte der DAX-Konzern um 0,9 Prozent zu und blieb damit unter den Prognosen des Managements und den Erwartungen der Analysten, die mit 1,1 Prozent gerechnet hatten.

Bei der Profitabilität konnte Henkel dagegen zulegen. Das bereinigte betriebliche Ergebnis (EBIT) lag bei rund 3,0 Milliarden Euro. Die bereinigte EBIT-Marge stieg auf 14,8 Prozent und damit um 50 Basispunkte gegenüber dem Vorjahr, womit der vom Unternehmen angepeilte Korridor von 14,5 bis 15,5 Prozent erreicht wurde. Das Ergebnis je Vorzugsaktie erhöhte sich währungsbereinigt um 4,7 Prozent auf 5,33 Euro. Der Free Cashflow belief sich auf rund 1,9 Milliarden Euro, und der Vorstand schlägt eine Dividendenerhöhung um 1,5 Prozent auf 2,07 Euro je Vorzugsaktie vor.

In den Sparten zeigte sich ein gemischtes Bild. Das Klebstoffgeschäft Adhesives Technologies wuchs organisch um 1,5 Prozent und blieb damit über dem Konzernschnitt, während das Konsumentengeschäft – gebündelt in der Einheit Consumer Brands mit Marken wie Persil, Pril und Pritt – nur um 0,3 Prozent zulegte. Im Schlussquartal kehrte sich dieses Muster um: Consumer Brands verzeichnete ein organisches Wachstum von 4,1 Prozent, Adhesives kam auf 0,9 Prozent, der Konzern insgesamt auf 2,3 Prozent – auch hier blieb Henkel hinter den Erwartungen des Marktes zurück. Auf Ergebnisebene lag die bereinigte operative Marge von Adhesives mit 16,7 Prozent über dem Konzerndurchschnitt, Consumer Brands kam auf 14,5 Prozent.

Strategisch treibt Henkel seine Wachstumsagenda weiter voran. Der Zusammenschluss der Konsumentengeschäfte wurde schneller als geplant abgeschlossen und soll Effizienzgewinne heben. Jüngste Zukäufe in beiden Unternehmensbereichen sollen das Wachstumspotenzial erhöhen. Für das laufende Jahr stellt der Konzern weiteres Umsatz- und Ergebniswachstum in Aussicht. Auf organischer Basis peilt Henkel eine Erlössteigerung im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich an; das bereinigte Ergebnis je Vorzugsaktie soll bei konstanten Wechselkursen im niedrigen bis hoch einstelligen Prozentbereich zulegen. Damit setzt das Management nach einem von Währungseffekten und verhaltenem Volumenwachstum geprägten Jahr klar auf mehr Effizienz, Innovationen und eine stärkere Ertragskraft.