Drehkreuz München: Lufthansa plant massiven Ausbau von Terminal 2

26.03.2026


Die Lufthansa richtet ihren Wachstumskurs im internationalen Verkehr deutlich auf München aus. Der Konzern will die Kapazität am dortigen Terminal 2 um bis zu zehn Millionen Passagiere pro Jahr erhöhen. Der Erweiterungsbau des von Lufthansa mitbetriebenen Terminals soll nach Angaben von Vorstandschef Carsten Spohr im Jahr 2035 in Betrieb gehen. Spohr kündigte die Pläne bei einem Festakt zum 100-jährigen Bestehen der größten deutschen Fluggesellschaft an. Zur Höhe der notwendigen Investitionen machte er vor mehreren hundert Gästen keine Angaben.

Die Kooperation zwischen Lufthansa und dem Flughafen München wird langfristig abgesichert. Das bestehende Gemeinschaftsunternehmen zum Betrieb von Terminal 2 soll nach den Worten von Spohr bis zum Jahr 2056 verlängert werden. München ist nach Frankfurt die zweite große Drehscheibe der Airline im internationalen Flugverkehr. Rund zwei Drittel der Passagiere dort sind Umsteiger, die von anderen Flughäfen kommen. Anders als am Frankfurter Flughafen ist Lufthansa in München Miteigentümerin und Mitbetreiberin von Terminal 2 und kann Planung und Betrieb damit stärker nach eigenen Vorstellungen ausrichten. Von dort starten und landen auch die Tochter- und Partnergesellschaften des Konzerns.

Spohr begründete den Ausbau mit der anhaltenden Dynamik des Luftverkehrs. Luftfahrt sei und bleibe eine Wachstumsbranche, sagte er. Bei der Eröffnung des Münchner Flughafens 1992 waren 14 Millionen Passagiere pro Jahr erwartet worden, tatsächlich wurden im vergangenen Jahr bereits mehr als 43 Millionen gezählt. Erste Überlegungen für einen Ausbau von Terminal 2 mit Platz für bis zu zehn Millionen zusätzliche Passagiere hatte es schon im vergangenen Jahrzehnt gegeben; diese Pläne waren während der Corona-Pandemie jedoch ausgesetzt worden.

Parallel zum Engagement der Lufthansa laufen am Standort weitere Ausbauprojekte. Noch vor der Inbetriebnahme des neuen Abschnitts von Terminal 2 soll in München ein Erweiterungsbau des nicht von Lufthansa genutzten Terminal 1 für bis zu sechs Millionen Passagiere jährlich eröffnet werden. Grenzen setzt dem Wachstum in München bislang, dass der Flughafen nur über zwei Start- und Landebahnen verfügt und keinen Fernbahnhof besitzt. Auch in Frankfurt gehen die Ausbaupläne weiter: Dort soll im April ein drittes Terminal mit einer Kapazität von bis zu 19 Millionen Passagieren pro Jahr in Betrieb gehen. Lufthansa hatte nach eigenen Angaben mit beiden großen deutschen Flughäfen Gespräche geführt, Frankfurt will seine Terminals jedoch weiter in Eigenregie betreiben.

Bayerischer Ostkorridor: Deutsche Bahn erneuert 120 Kilometer Gleise

26.03.2026


Die Deutsche Bahn verschärft ihren Sanierungskurs im bayerischen Netz und nimmt einen zentralen Ostkorridor außer Betrieb. Ab dem 14. Juni wird der Streckenabschnitt zwischen Obertraubling im Landkreis Regensburg und Passau umfangreich modernisiert. Die Arbeiten dauern bis zum Fahrplanwechsel am 12. Dezember und sind mit einer weitgehenden Vollsperrung verbunden. Ziel der Investitionen ist es, die Pünktlichkeit im Regional- und Fernverkehr langfristig zu verbessern.

Die Maßnahme ist Teil einer gestaffelten Generalsanierung in Südostbayern und schließt direkt an die seit Anfang Februar laufenden Arbeiten auf der vielbefahrenen Verbindung Nürnberg–Regensburg an. Diese erste Etappe soll nach aktueller Planung am 10. Juli abgeschlossen sein, womit sich beide Großprojekte mehrere Wochen überschneiden. Für Reisende bedeutet das parallel eingeschränkte Kapazitäten auf zwei wichtigen Achsen.

Auf der rund 120 Kilometer langen Trasse zwischen Obertraubling und Passau steht ein umfassendes Infrastrukturpaket an. Die Bahn erneuert oder setzt 120 Kilometer Gleise, 140 Weichen und 90 Kilometer Oberleitungen instand, zudem werden mehrere Stellwerke modernisiert. Ergänzend entstehen eine neue Eisenbahnüberführung und fünf Personenunterführungen. Ein technisch aufwendiger Schwerpunkt liegt bei Osterhofen nahe der Donau, wo ein mooriger Untergrund mit besonderen Maßnahmen verfestigt werden muss, um die Strecke dauerhaft zu stabilisieren.

Parallel zur Fahrwegerneuerung investiert die Bahn in die Stationen entlang der Route. Acht Bahnhöfe werden modernisiert und barrierefrei ausgebaut, etwa durch neue Zugänge und angepasste Infrastruktur. Diese Ausbauten laufen über den aktuellen Sperrzeitraum hinaus und sollen bis zum Frühjahr 2027 vollständig abgeschlossen sein. Während der Vollsperrung soll ein Ersatzkonzept mit purpurfarben gekennzeichneten Bussen die wichtigsten Verbindungen im Nahverkehr sichern, darunter Expresslinien über die Autobahn und langsamere Routen über Land.